Da haben Leute in der EU wie Klimakommissarin Connie Hedegaard einmal eine wirklich richtig gute Idee: CO2-Emissionen in Europa sollen bis 2020 nicht nur um 20% sondern um 30% verringert werden. Und zwar unabhängig davon, ob der Rest der Welt mitmacht oder nicht.
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Umweltverbände und NGOs fordern das schon ziemlich lange. Und wenn wir mal ehrlich sind, macht das ja auch genau einen Vorreiter aus: VOR den anderen Maßnahmen ergreifen. Deutschland rühmt sich, ein solcher Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu sein. Wir reduzieren sogar 40% unserer CO2 Emissionen bis 2020... oder nicht?
Da fragt man sich doch, warum sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle so gegen eine etwas ambitioniertere Zielsetzung der EU in Sachen Klimaschutz streubt. Auch der BDI und DIHK sind gegen das 30% Vorhaben.
Ein solches Verhalten erinnert doch wohl eher an einen Hinterherläufer und Bremser als an einen Vorreiter. Und davon einmal ganz abgesehen, ist es für die deutsche Wirtschaft nicht eher von Vorteil, wenn sich alle Nachbarländer auch zu strengeren Klimaschutzzielen verpflichten? Wir stehen mit unseren 40% doch sowieso schon toll da (naja, laut WBGU müssten wir bis 2020 mindestens 50% runter, aber seis drum). Und wenn die anderen EU-Staaten ihre Emissionen nun auch weiter deckeln müssen, mindert sich dann nicht sogar der böse, so unfaire Wettbewerbsnachteil, den wir gegenüber all den Klimasündern jenseits unserer Grenzen haben?
Da drängt sich doch unweigerlich folgende Hypothese auf: jetzt wird erst einmal der Klimaschutz auf EU-Ebene boykottiert, damit die deutsche Wirtschaft in ein paar Jahren eine gute Ausrede hat, um das 40%-Ziel zu kippen.
Ich würde mich über eine angeregte Diskussion hierzu sehr freuen!