21. Dezember 2009
"Schlimmste Befürchtungen übertroffen"
Elfköpfige Jugenddelegation vertrat die Interessen der jungen Generation bei den UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen
Kopenhagen, 20. Dezember 2009. Enttäuscht ob des minimalistischen Ergebnisses sind die elf Jugendlichen des klimapolitischen Netzwerks "Jugendbündnis Zukunftsenergie" von den UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen heimgekehrt. "Selbst unsere schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen", so Cornelius Dahm, Mitglied der Bundesleitung der Naturfreundejugend Deutschlands. Den Staats- und Regierungschefs war es lediglich gelungen, eine weitere Absichtserklärung zu formulieren, den Klimawandel auf zwei Grad zu begrenzen. Selbst dafür konnte kein Konsens erreicht werden; es besteht lediglich die Möglichkeit der freiwilligen Unterzeichnung durch die teilnehmenden Staaten. Damit wird es außerordentlich schwierig, einen direkten Anschluss an das Kyoto-Protokoll zu erreichen, dessen erste Verpflichtungsperiode 2012 ausläuft.
Das Jugendbündnis Zukunftsenergie war wie fast alle Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen in den letzten Tagen von der Klimakonferenz ausgeschlossen worden. Der Einsatz für ein starkes Abkommen endete damit jedoch nicht. Zwar war es nicht mehr möglich, den direkten Austausch mit Entscheidungsträgern aufrecht zu erhalten, dennoch gab es zahlreiche Solidarisierungen durch Politiker, unter anderem durch Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen.
Außerdem gewann so der Alternativgipfel "Klimaforum 09" an Bedeutung. Einerseits bot dieser eine Plattform, Lösungen für den Klimawandel zu entwerfen, die von der Zivilgesellschaft ausgehen. Andererseits ließ der Druck auf die Politikerinnen und Politiker bis zur letzten Sekunde nicht nach. Das Jugendbündnis Zukunftsenergie beteiligte sich an den internationalen Demonstrationen und kreativen Aktionen. Besonders bemerkenswert war der Tatendrang der 2000 akkreditierten Jugendlichen, die gemeinsam für den Klimaschutz kämpften. "Uns gelang, wovon die Politiker nur redeten: Über Nationalitäten und unterschiedliche Bedürfnisse hinweg verständigten wir uns darauf, für unsere Zukunft zu kämpfen", stellt Cosima Speckhardt fest.
Die Enttäuschung über die Politik hat eine klare Konsequenz für das Jugendbündnis: Um auf internationale Entscheidungen zu bauen, bleibt nicht genügend Zeit. Stattdessen müssen neue Wege gefunden werden, die von der Bevölkerung und von jedem Einzelnen ausgehen, die Politik muss nachsitzen, um dann im nächsten Jahr ein ambitioniertes Abkommen zu verabschieden. "Es ist ein langer Weg, doch wir werden nicht aufgeben bevor das Weltklima gerettet ist", unterstreicht Jan Wohland und fügt hinzu: "In Kopenhagen haben wir jedenfalls alles getan, was wir konnten." Die Engagierten des Jugendbündnis Zukunftsenergie sind sich sicher: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz.
Kopenhagen, 18. Dezember 2009
Gratulation, Frau Merkel
Das Jugendbündnis Zukunftsenergie beglückwünscht Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu ihrem mutigen und richtungsweisenden Schritt bei den Klima-Verhandlungen in Kopenhagen.
Lange sah es so aus, als würde die Konferenz in Kopenhagen scheitern. Die Staats- und Regierungschefs werden am Samstag abreisen, ohne das erhoffte Ergebnis - ein faires, ehrgeiziges und rechtlich bindendes Abkommen - verabschiedet zu haben.
Dass diese düstere Aussicht nicht wahr wurde, verdanken wir vor allem den Bemühungen von Angela Merkel. Gleichsam in der letzten Minute wird sie die anderen Staatschefs der EU überzeugen, sich auf eine Reduktion der CO2-Emission um sagenhafte 45% bis zum Jahr 2020 festzulegen. Bis 2050 sollen es sogar über 95% sein. Damit wird die Position der EU sogar am oberen Ende der Forderungen der Umweltorganisationen liegen und das Ziel, die durchschnittliche Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, rückt wieder in den Bereich des Möglichen! Und als ob das noch nicht genug wäre, wird es Bundeskanzlerin Merkel gelingen, auch die zwei größten Verursacher von CO2-Emissionen, die USA und China, von diesem Ziel der EU zu überzeugen. Die Menschen der Welt können aufatmen. Es ist möglich, die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern!
Da bereits die Folgen einer Erwärmung um 1,5 Grad für viele Entwicklungsländer ein großes Problem darstellen, hat Frau Dr. Merkel maßgeblich dafür gesorgt, dass jährlich 140 Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer fließen, um sich gegen die Folgen von Dürren und Überschwemmungen zu wappnen.
Die Jugendvertreter im Jugendbündnis Zukunftsenergie sind besonders froh über dieses Ergebnis. „Angela Merkel hat es geschafft, sich für Gerechtigkeit nicht nur über Ländergrenzen, sondern auch über Generationen hinweg einzusetzen“, so Jutta Wiedling vom Jugendbündnis Zukunftsenergie. „Frau Merkels Terminkalender ist leider sehr voll. Daher haben wir, heute Vormittag dem Gesandten der deutschen Botschaft in Dänemark, Herrn Dr. S. Johannes Trommer, bei einem Sektempfang in der Botschaft einen großen Strauß fair gehandelter Blumen übergeben. Gleichzeitig wurde ihm ein Dankesschreiben mit den – beinahe – verabschiedeten Zielen überreicht“, so Jutta Wiedling weiter. Nun warten die Jugendlichen mit Vorfreude auf die baldige Verkündung dieser großartigen Nachrichten.
Fotomaterial von der Übergabe steht unter www.flickr.com/photos/jbze/ zur Verfügung.