Vereinbarung zwischen dem Jugendbündnis Zukunftsenergie und Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium
Im Bewusstsein ihrer Verantwortung für die kommenden Generationen und im Hinblick auf die entscheidende Rolle der Energiepolitik als Teil einer zukunftsfähigen Entwicklung kommen Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, und das Jugendbündnis Zukunftsenergie überein:
Wir setzen uns gemeinsam für eine Energiepolitik ein, die nicht auf Kosten der heutigen Jugend und der kommenden Generationen geht. Die konventionelle Energieversorgung auf Basis fossiler und nuklearer Energieträger führt zu ökologischen und sozialen Krisen. Die Ausbeutung der Natur, Rohstoffkonflikte und der Klimawandel stellen heute schon eine große Gefahr für die Menschheit dar und werden sich in ihren Auswirkungen noch verstärken. Wir streben daher ein dezentrales, auf 100% erneuerbaren Energiequellen basierendes Energiesystem an, das zudem auf effizienter Technologie und gesellschaftlichem Wertewandel beruht.
Wir wollen gemeinsam die wirklichen Kosten der verschiedenen Energieträger deutlich machen. Entgegen der Darstellung der fossil-atomaren Lobby sind erneuerbare Energien unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Kosten und Risiken wesentlich rentabler als konventionelle Energieträger. In der weltweiten Spitzenposition Deutschlands bei den erneuerbaren Energien liegt außerdem die Chance für Wachstum, Beschäftigung und Innovation. Deshalb muss die Energiewende von Politik, Wirtschaft und Verbänden energisch vorangetrieben werden.
Wir begrüßen das in der Agenda 21 formulierte Ziel, die Partizipation junger Menschen im Nachhaltigkeitsprozess zu stärken. Wir vereinbaren deshalb einen langfristig angelegten, kontinuierlichen energiepolitischen Kommunikationsprozess mit ständigem Informationsaustausch und regelmäßigen Treffen.
In diesem Rahmen wird das Jugendbündnis Zukunftsenergie dem Bundesumweltministerium die Interessen und Positionen der Jugendlichen verdeutlichen, über seine Projekte berichten und die Jugendlichen über die Ergebnisse des Austauschs mit dem Ministerium informieren. Zusätzlich erklärt sich das Jugendbündnis grundsätzlich bereit, Veranstaltungen des Ministeriums mit dem entsprechenden thematischen Hintergrund, beispielsweise durch ReferentInnen, aktiv zu unterstützen.
Im Gegenzug wird die Parlamentarische Staatssekretärin die Einschätzungen des Jugendbündnisses und die Ergebnisse der Gespräche innerhalb des Bundesumweltministeriums streuen. Darüber hinaus sollen relevante Informationen auch an Mitglieder des Deutschen Bundestages, EntscheidungsträgerInnen in Politik und Wirtschaft sowie Sachverständige weitergegeben werden. Die Parlamentarische Staatssekretärin informiert das Jugendbündnis über umweltpolitische Gesetzesvorhaben und Entwicklungen und bietet ihm aktiv fachliche und organisatorische Unterstützung auch in Form von Referenten an. Des Weiteren unterstützt Frau Wolf die Teilnahme und das Rederecht von jugendlichen Delegationen bei nationalen und internationalen Konferenzen im Energiebereich.
Wir wollen gemeinsam den Ausbau von Bildungsprojekten im Bereich der erneuerbaren Energien vorantreiben. Die Zusammenarbeit soll deshalb zusätzlich gemeinsame Projekte wie z.B. Studien und Tagungen beinhalten. Deren Förderung darf jedoch nicht zulasten sonstiger Zuwendungen für umweltpolitische Jugendprojekte durch das Bundesumweltministerium gehen.
Um unsere Zusammenarbeit zu intensivieren, wird die Parlamentarische Staatssekretärin Margareta Wolf die Ökostromkampagne des Jugendbündnisses als Schirmherrin unterstützen. Mit dieser Kampagne im Vorfeld des 20. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe sollen Jugendliche davon überzeugt werden, ihre Stromversorgung auf regenerative Anbieter umzustellen und Energie einzusparen. Die Kampagne startet mit einer Auftaktveranstaltung am 24.04.2005 in Berlin. Anschließend werden sich Jugendliche in ganz Deutschland mit Aktionen und Projekten für Ökostrom und regenerative Energien stark machen. Den Abschluss im April 2006 wird eine internationale Jugendkonferenz bilden, die von der Schirmherrin fachlich und personell begleitet wird.